Die sieben Weltwunder

Immer wieder spricht man von den sieben Weltwundern, doch was steckt dahinter?

Unter den „sieben Weltwundern“ versteht man berühmte Bauwerke beziehungsweise Kunstwerke aus der Antike. Diese wurden in verschiedenen Listen zusammengeführt. Die erste vollständige Liste wurde vom Schriftsteller Antipatros von Sidos erstellt und stammt aus dem 2. Jahrhundert vor Christus. Er schrieb damals einen Reiseführer über den Mittelmeerraum und Vorderasien. Die Griechen bezeichneten die „sieben Weltwunder“ als „die sieben Sehenswürdigkeiten der bewohnten Erde“. Es war damals naheliegend, dass die Liste zunächst in Vorderasien entstand, da vier der Weltwunder im Raum Vorderasien zu finden waren.

Allerdings wurde die Liste im Laufe der Zeit immer wieder geändert und den Reisezielen der Gesellschaft angepasst. Es gab schon immer gewisse Alternativen wie zum Beispiel das Kapitol in Rom, den Hörneraltar der Artemis auf Delos oder den Hadrianustempel des Zeus in Kyzikos um nur ein Paar zu nennen. Aus der ursprünglichen kurz gehaltenen Reiseliste ist zeitweise ein langer Reisekatalog geworden in dem die bedeutendsten Bauwerke wie zum Beispiel Tempel oder Skulpturen enthalten waren. Mit der Zeit gerieten aber diese immer mehr in Vergessenheit und es blieben nur noch die ursprünglichen Weltwunder und deren Mythos im Gedächtnis zurück. Die Liste besteht aus sieben Weltwundern, weil in der Antike die Zahl „Sieben“ als „Vollkommen“ galt. Diese Zahl sollte dazu führen, dass die Bauwerke an Bedeutung gewinnen.

Die „sieben Weltwunder der Antike“

1. Die Pyramiden von Gizeh: Diese Pyramiden wurden zwischen 2590 und 2470 vor Christus erbaut. Die Cheops und die Cheprenpyramide zählen zu den höchsten Gebäuden des gesamten Altertums. Mit ihrer quadratischen Grundfläche von 230,36 Metern Seitenlänge erreichte die Cheopspyramide eine Höhe von 146,60 Metern. Die Cheprenpyramide besaß bei einer Kantenlänge von 215,26 Metern eine Höhe von 143,50 Metern.

2. Die Zeusstatue des Phidias: Seit dem 2. Jahrtausend gab es auf der Halbinsel Peleponnes am Alpheios-Fluss eine heilige Stätte. Nach den gewonnenen Perserkriegen und dem anschließenden politischen Aufschwung bestand der Wunsch nach einem eigenen Zeustempel. Ungefähr 457 vor Christus wurde an der hellnischen Kultstätte ein typischer Peripteral Tempel errichtet. Der Architekt Libon erbaute das Gotteshaus über drei Sockelstufen und 34 Säulen aus weißem Poroskalkstein. Der Tempel war etwa 24 Meter hoch. Dieser Tempel bot eine Behausung für das erst später erschaffene Kultbild des Zeus. Hierbei thronte die Gestalt des Zeus auf einem blaugrauen Steinsockel und war ca. um die siebenfache menschliche Größe vergrößert dargestellt worden.

3. Der Artemis-Tempel: Nach mehrmaliger Zerstörung des Urtempels wurde im Jahr 357 vor Christus eine neue Prunkstätte errichtet. Der Architekt Cheirokrates nahm sich der Sache an und so errichtete er ein prunkvolles Tempelhaus, welches in seinem Grundriss dem ursprünglichen zerstörten Tempel entsprechen sollte. Es wurden insgesamt 127 Säulen mit einer jeweiligen Höhe von 18 Metern verbaut.

4. Das Grabmal von Mausolos: König Mausolos ließ sich in Halikarnassos im Südwesten Kleinasiens eine neue Residenz mit Tempelanlage und Palast bauen. Oberhalb dieses Geländes suchte er sich eine Stelle aus auf der sein königliches Grabdenkmal errichtet werden sollte. Bei der Entdeckung der Baugrube des Mausoleums wies sie eine stolze Größe von 39 x 33 m² auf. Oberhalb des unterirdisch verlaufenden Fundaments erhob sich der mehrstufige Basisbau. Hierauf ruhte ein Prismenkörper von rund 33 Metern Länge und 27 Metern Breite. Dies führte zu einer Gesamtunterbauhöhe von rund 22 Metern. Zuerst thronte dort der Grabtempel mit einer Eigenhöhe von rund 13 Metern. Ein in mehreren Schichten aufgebautes Pyramidendach erhob sich über dem Hochtempel mit einer Höhe von 9 Metern. Insgesamt war das Bauwerk 49 Meter hoch. Als Mausolos im Jahr 377 vor Christus nach Harlikarnassos umsiedelte verstarb er im Jahr 353 vor Christus nach 24- jähriger Regentschaft und blieb kinderlos. Seine Schwester Artemisia führte von nun an das Bauwerk fort bis sie schließlich selbst starb. Ab dem Jahr 334 vor Christus nahm sich Alexander der Große der Sache an und das Bauwerk konnte doch noch vollendet werden. Durch ein Erdbeben wurde im 13. Jahrhundert das Grabmal zerstört und seit dem 15. Jahrhundert durch die Johanniter zu diversen Verteidigungsanlagen umgebaut.

5. Hängender Garten der Semiramis: Als mögliche Schöpfer dieses Bauwerkes werden Nebukadnezar II., Semiramis II., Syros und Cyrus namentlich erwähnt. In den Überlieferungen werden stets die guten Wasserschöpfmöglichkeiten erläutert. Aus diesem Grund ist der „Hängende Garten“ bei der Südburg Nebukadnezars II. zu finden. Ausgrabungen die dicht an der Südburg durchgeführt wurden legten eine Ruine eines Bollwerkes frei. Es hatte eine ungefähre Gestalt eines Rechteckes von ca. 197,5 x 106,5 m². Auf dem quadratischen Südteil erhob sich in Stufenpyramidenform ein Konstruktionsskelett mit einem 25 bis 30 Meter hohen Bergterrassengarten von insgesamt 100 Metern auf seiner Basisseite. Die Mauern und Pfeiler dieses Aufbaugerüsts waren zum Großteil aus Brandziegeln gebaut. Unterhalb der Stufenabsätze sollen sich gewölbte 3 Meter breite Gänge erstreckt haben. In die eingearbeitete Humusfläche wurden schließlich Bäume eingepflanzt.

6. Der Koloss von Rhodos: Fertig gestellt wurde der Koloss von Rhodos ca. im Jahr 290 vor Christus. Seine Bauzeit betrug 12 Jahre. Dem Koloss wird eine stolze Höhe von 35 Metern zugebilligt. Dieses aus Bronze gefertigte Götterbild war auf einem dreieckigen Marmorsockel mitten in der Stadt angebracht. Bereits im Jahr 224 vor Christus wurde die Statue durch ein Erdbeben stark beschädigt.

7. Der Leuchtturm von Pharos: Als Weltwunder aufgenommen wurde der Leuchtturm von Pharos bereits nach seiner Fertigstellung und Einweihung im Jahr 279 vor Christus. Er ersetzte von nun an die Stadtmauern von Babylon, die ebenfalls in der Liste der Weltwunder aufgeführt waren. Die Insel Pharos wurde durch einen bedeutsamen Dammbau mit dem Festland verbunden. Mit einer Ausdehnung von 30 x 30 m² erhob sich ein nach oben hin verjüngendes Untergeschoss. Ein zweites Stockwerk wurde als Achteckprisma aufgesetzt. Hierauf wurde schließlich dann ein kleines, drittes zylindrisches Stockwerk aufgesetzt. Auf dem Kegeldach war die Bronzestatue des Zeus-Soter angebracht. Diese diente den Seefahrern als Heilssymbol. Der Leuchtturm bringt es auf eine Höhe von 113 Metern. Leider wurde der Leuchtturm im 14 Jahrhundert durch ein Erdbeben völlig zerstört. Allerdings wurden auf seinen Fundamenten das Fort Kait Bey erbaut.

Was ist von den 7 Weltwundern geblieben?

Leider existieren heute von den Weltwundern nur noch die gigantischen Pyramiden von Gizeh. Alle anderen Weltwunder wurden größten teils durch Erdbeben und diverse Kriege zerstört.

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